KI-Ticket-Triage in 4 Wochen: Checkliste für On-Premise-LLMs in Österreich

Vorbereitung und Infrastruktur (Woche 1)

  1. Dokumentieren Sie die aktuelle Ticket-Volumen und Fehlerquote.
    Erheben Sie die durchschnittliche Anzahl eingehender Tickets pro Woche und die prozentuale Fehlzuteilung über die letzten drei Monate.

  2. Identifizieren Sie die kritischen Datenfelder für die Klassifikation.
    Bestimmen Sie, welche Metadaten (Kundenname, Vertragsstatus, Dringlichkeit) das LLM zur Routing-Entscheidung benötigt.

  3. Verifizieren Sie die DSGVO-Konformität der Datenverarbeitung.
    Stellen Sie sicher, dass alle personenbezogenen Daten im Ticket nur im eigenen Rechenzentrum verarbeitet werden und keine externen Cloud-APIs genutzt werden.

  4. Konfigurieren Sie die On-Premise-Infrastruktur für das Open-Weight-Modell.
    Richten Sie einen GPU-Server mit mindestens 24 GB VRAM ein und installieren Sie ein Modell wie Llama 3 8B oder Mistral 7B für die Inferenz.

  5. Integrieren Sie den Agenten in Slack oder Microsoft Teams.
    Registrieren Sie den Bot über die offizielle API und gewähren Sie ihm die Berechtigung, Nachrichten in den Support-Kanälen zu lesen und zu senden.

  6. Anbinden Sie das bestehende CRM über REST-APIs.
    Rufen Sie Kundendaten und Vertragsinformationen ab, um dem LLM den nötigen Kontext für die Klassifikation zu liefern.

  7. Entwickeln Sie die Prompt-Strategie für die Ticket-Klassifikation.
    Definieren Sie klare Anweisungen für das LLM, wie es Tickets nach Thema und Dringlichkeit einordnen soll, und testen Sie sie mit historischen Daten.

  8. Implementieren Sie die Human-in-the-Loop-Prüfung.
    Stellen Sie sicher, dass der Agent nur Vorschläge macht und ein Mitarbeiter die Routing-Entscheidung bestätigt, bevor das Ticket angelegt wird.

  9. Testen Sie die Integration mit einer kleinen Nutzergruppe.
    Führen Sie einen Pilotbetrieb mit 5-10 Mitarbeitern durch und sammeln Sie Feedback zu Genauigkeit und Benutzerfreundlichkeit.

  10. Messen Sie die Baseline-Kennzahlen vor dem Rollout.
    Erfassen Sie die Durchlaufzeit und Fehlerquote im Pilotbetrieb, um den ROI der Automatisierung nachweisbar zu machen.

Implementierung und Pilotbetrieb (Woche 2-3)

  1. Feinjustieren Sie das LLM mit historischen Ticket-Daten.
    Nutzen Sie die letzten 6 Monate an Tickets, um das Modell zu trainieren und die Klassifikationsgenauigkeit zu verbessern.

  2. Konfigurieren Sie die Routing-Regeln für die Fachabteilungen.
    Definieren Sie klare Kriterien, nach denen Tickets an Einkauf, Logistik oder Kundenservice weitergeleitet werden.

  3. Implementieren Sie die Fehlerbehandlung und Logging.
    Stellen Sie sicher, dass alle LLM-Aufrufe und Routing-Entscheidungen protokolliert werden, um Fehler nachzuvollziehen und das System zu verbessern.

  4. Schulen Sie die Mitarbeiter im Umgang mit dem Agenten.
    Erklären Sie, wie der Agent funktioniert, welche Vorschläge er macht und wie die menschliche Prüfung abläuft.

  5. Führen Sie den Pilotbetrieb in einer Abteilung durch.
    Starten Sie mit einer Abteilung, z. B. dem Einkauf, und beobachten Sie die Leistung des Agents über zwei Wochen.

  6. Analysieren Sie die Pilotergebnisse und identifizieren Sie Schwachstellen.
    Prüfen Sie die Fehlerquote und Durchlaufzeit und passen Sie Prompts oder Routing-Regeln an, wo nötig.

  7. Dokumentieren Sie die Ergebnisse und den ROI.
    Erstellen Sie einen Bericht mit den gemessenen Kennzahlen und der geschätzten Kostenersparnis pro Ticket.

  8. Planen Sie die Skalierung auf weitere Abteilungen.
    Definieren Sie die Reihenfolge, in der weitere Abteilungen (z. B. Logistik, Kundenservice) angeschlossen werden.

  9. Etablieren Sie ein monatliches Review-Format.
    Setzen Sie sich regelmäßig mit den Fachabteilungen zusammen, um Fehlerfälle zu analysieren und das System kontinuierlich zu verbessern.

  10. Archivieren Sie die Dokumentation und Übergabeprotokolle.
    Stellen Sie sicher, dass alle technischen Details, Prompts und Konfigurationen für zukünftige Wartung und Skalierung verfügbar sind.

Wartung und kontinuierliche Verbesserung

Die Checkliste ist kein statisches Dokument, sondern ein lebendiges Werkzeug. Nach dem Abschluss des 4-Wochen-Sprints sollte sie in ein operatives Handbuch überführt werden, das von den Fachabteilungen gemeinsam gepflegt wird. Jede neue Abteilung, die angeschlossen wird, erfordert eine Anpassung der Prompts und Routing-Regeln, aber die technische Infrastruktur bleibt identisch. Ein monatliches Review-Format mit den Verantwortlichen aus Einkauf, Logistik und IT stellt sicher, dass Fehlerfälle analysiert und das System kontinuierlich verbessert wird. Die Dokumentation muss regelmäßig aktualisiert werden, um Änderungen in den Geschäftsprozessen oder den DSGVO-Anforderungen zu reflektieren. So wird aus einem einmaligen Projekt ein lernendes System, das über die Zeit an Genauigkeit und Akzeptanz gewinnt.

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