Hintergrund: Schweizer Fintech unter Druck
Dieser Fall ist ein Composite aus Mustern, die Forfis in der Praxis beobachtet hat. Wir benennen keine echten Kunden, um die Vertraulichkeit zu wahren. Die beschriebene Firma ist ein Schweizer Fintech mit 2.500 Mitarbeitern, das in der Zahlungsabwicklung tätig ist. Die IT-Infrastruktur besteht aus einem etablierten CRM (Salesforce), einem ERP (SAP) und einer Dokumentenverwaltung in Confluence. Die Compliance-Abteilung ist nach ISO 27001 zertifiziert und unterliegt strengen Vorgaben der FINMA. Das operative Problem: Die Vertragsprüfung dauert im Durchschnitt 14 Tage, die Fehlerquote liegt bei 8 %, und die Abteilung kann die wachsende Vertragslast nicht mehr mit dem bestehenden Personal bewältigen.
Herausforderung: Skalierung ohne Neueinstellungen
Die Kernanforderung war klar: Die Erstreaktionszeit bei der Vertragsprüfung sollte von 14 auf unter 5 Tage gesenkt werden, ohne dass neue Juristen eingestellt werden. Der operative Druck kam von drei Seiten: Erstens drohte ein Verlust von Marktanteilen, weil die Wettbewerber schneller verhandelten. Zweitens erforderte die ISO 27001-Zertifizierung, dass keine sensiblen Daten das Gebäude verließen. Drittens stand die Abteilung vor der Herausforderung, die wachsende Vertragslast mit dem bestehenden Personal zu bewältigen. Die Lösung musste also nicht nur schneller, sondern auch compliance-konform und skalierbar sein.
Ansatz: Modell-agnostische Architektur mit n8n
Forfis startete mit einem zweiwöchigen Prozess-Audit. Dabei wurden die bestehenden Workflows in Confluence dokumentiert und die Datenquellen auf API-Zugänglichkeit geprüft. Die Architektur wurde bewusst modell-agnostisch gestaltet: Open-Weight-Modelle (Llama 3) liefen auf eigener Hardware für die Erstklassifizierung, während kommerzielle APIs (OpenAI) nur für die Generierung von Vorschlägen genutzt wurden. Die Orchestrierung erfolgte über n8n, das als Middleware zwischen den bestehenden Systemen (CRM, ERP) und den KI-Modellen diente. Ein dediziertes AI-Team von Forfis begleitete die Implementierung über drei Monate, mit wöchentlichen Sprints und einem Human-in-the-Loop-Prinzip für alle finanziellen und juristischen Entscheidungen.
Ergebnis: 60 % schnellere Vertragsprüfung
Nach drei Monaten zeigte der Pilot messbare Ergebnisse: Die Durchlaufzeit sank von 14 auf 5,2 Tage, die Fehlerquote von 8 % auf 2,1 %. Die Juristen konnten sich auf die komplexen Fälle konzentrieren, während die Routine-Verträge automatisch vorqualifiziert wurden. Die ISO 27001-Audits bestanden ohne Beanstandungen, da die sensiblen Daten auf eigener Hardware verblieben. Die Skalierung auf weitere Abteilungen (Compliance, Risk Management) erfolgte durch die Anpassung der n8n-Workflows und die Erweiterung der Modell-Kapazität, ohne die bestehende Integration zu ändern.
Lektionen für ähnliche Teams
Erstens: Die Vorab-Audit-Phase ist unverzichtbar. Ohne die klare Dokumentation der bestehenden Workflows in Confluence wäre die n8n-Orchestrierung nicht möglich gewesen. Zweitens: Die modell-agnostische Architektur zahlt sich aus. Die Trennung zwischen Open-Weight-Modellen und kommerziellen APIs ermöglichte die Compliance-Konformität, ohne auf Qualität zu verzichten. Drittens: Human-in-the-Loop ist kein Overhead, sondern ein Sicherheitsmerkmal. Die Freigabe durch Juristen reduzierte die Fehlerquote deutlich und schuf Vertrauen in der Abteilung. Viertens: Die Skalierung über n8n ist deutlich günstiger als eine Neuentwicklung. Die bestehende Integration in CRM und ERP blieb erhalten, was die Gesamtkosten senkte.
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